Paul Utka

Der Autor, geboren 1939, aufgewachsen in nazigegnerischer Familie eines Musikers, stand schon als Kind vor dem Rätsel der Vergeßlichkeit der damaligen Erwachsenengeneration. Mit 14 trat er der Sozialistischen Jugend bei, hörte in deren Veranstaltungen mehr und mehr über die Geschichte der Ersten Republik, über die in den Schulen zu wenig geboten wurde, um die Frage des historischen Verschuldens nicht stellen oder beantworten zu müssen. Und wenn (ihm) auch die Fakten immer klarer wurden, traf er immer wieder auf Erwachsene, die mit Tränen in den Augen glaubhaft versicherten, dieses oder jenes nicht gewußt, ja nicht einmal geahnt zu haben! Neben Arbeit und Werkstudium reifte daher der Entschluß, diese Frage gründlicher aufzuarbeiten, wobei ein älterer Arbeitskollege die ersten fundierten „oral history“-Beiträge zu diesem Roman lieferte, dem noch viele, viele an Hand von schriftlichen Quellen zu verifizierende folgen sollten.

Bei diesen Arbeiten waren Utka historische, soziologische und psychologische Studien ebenso hilfreich wie ein juristisches Universitätsstudium und die Kenntnis mehrerer europäischer Sprachen.

Planung und Recherche, Skizze und Reinschrift füllten viele Jahre, an deren Ende die verlegerische Gewißheit stand, daß das Werk, noch vor der Öffnung der Staatsarchive begonnen, niemals würde erscheinen können. Erst ein Zufall zum fünfzigjährigen Jubiläum der Befreiung Österreichs brachte das Manuskript bei einer Lesung an eine kleine Öffentlichkeit, die gemeinsam mit Freunden und dem Autor dieses Erscheinen möglich machte.

Der Autor wirkt auch heute noch in der Sozialdemokratischen Partei und ihren Organisationen, hat aber in ihr niemals ein Mandat oder eine höhere Funktion angestrebt. Er ist verheiratet - seine Frau tippte das monumentale Manuskript -, hat zwei erwachsene Kinder, und sein berufliches Engagement liegt abseits jeder politischen oder schriftstellerischen Betätigung.