Zum Inhalt des Romans "Die Nacht der Wölfe"
von Paul Utka

Dieser Entwicklungsroman, gegliedert in vier Bücher mit den Titeln „Der Tag, der keiner war“, „Abendrot“, „Die Nacht der Wölfe“ und „Ein Morgen im Herbst“, schildert die Geschichte eines jungen Wieners in den Schicksalsjahren 1912 bis 1945.

Im Kleinbürgertum geboren und in seinen Idealen aufgewachsen, nähert sich der Held immer mehr der Arbeiterbewegung, geht zeitweise in ihr auf und wird mit all seinen Verwandten, Geliebten, Freunden und Gegnern in den Strudel der Geschichte gerissen, dem er im Sommer 1945 - einem modernen Simplizissimus nicht unähnlich - mit einiger Zukunftshoffnung entkommen kann.

Nicht episch, sondern eher journalistisch führt der Autor seine Leser durch Höhen und Tiefen im Leben seiner unzähligen Gestalten, bemüht, in fast musealer Weise viele Details auch der elementarsten Dinge des Alltags sichtbar zu machen. Die Schilderung des einfachen Lebens „kleiner Leute“, aber auch bloß skizzierte Charaktere, die scheinbar als Randfiguren in den Roman treten und erst Jahre später entscheidend in die Handlung eingreifen, machen den Reiz und eben auch den Umfang dieses Romans aus. Trotz seiner Breite wird das Buch seine Leser immer wieder in große Spannung versetzen, lässt mitleben, lässt Freude, Hoffnung, Rührung, Trauer oder Entsetzen mit den zu Freunden oder Widersachern gewordenen Romanfiguren teilen. Nicht zuletzt bietet eine immer wiederkehrende, ans Mystische grenzende Symbolik auch den nachgeborenen Lesern reiche Identifikationsmöglichkeiten und damit vielleicht auch ein neues Geschichtsverständnis.

Das ganze Buch ist von einer überaus menschlichen, ja von einer sozial-demokratischen Grundhaltung getragen. Es enthält sich aber hochmütiger Verurteilungen einer ganzen Generation durch Nachgeborene, denn es geht mit historischen Schuldzuweisungen sparsam und abgehoben von offiziellen Geschichtsschreibungen um. So eröffnet sich jedem Leser selbst eine Urteilsmöglichkeit über Ursachen und Wirkungen, Schuld und unabwendbare Verstrickung, Verurteilung und Verzeihen. In diesem Sinne erhält das Werk auch eine heute noch aktuelle zeitgeschichtliche Dimension, die es nicht nur für Zeitzeugen, sondern auch für die Kinder- und Enkelgeneration seiner Helden zu einem wirklichen Erlebnis machen wird.

Diesem Wunsch des Autors schließen sich alle Einzelpersonen und Unternehmungen an, die zum Erscheinen des Werkes beigetragen haben.

Dr. Peter Wasservogel
Kommunikationsberatung